In der vergangenen Woche wurden auf zahlreichen Plattformen kritische Sicherheitslücken bekannt, wobei sich die meisten Vorfälle kurz vor dem amerikanischen Unabhängigkeitstag ereigneten. Die Schwachstellen betrafen verschiedene Bereiche, darunter Netzwerkinfrastruktur, Softwarebibliotheken, IoT-Geräte und sogar CPUs.
OpenSSH behob ein Race-Problem im Signal-Handler, Juniper Networks beseitigte eine Authentifizierungsumgehung und CocoaPods sah sich mit Risiken durch Angriffe auf die Lieferkette konfrontiert. Cisco entdeckte ein Command-Injection-Problem, während ein Seitenkanalangriff Intel-CPUs gefährdete. Rockwell Automation kümmerte sich um RCE-Probleme. Traeger behob vor dem 4. Juli unbefugte Steuerungsmöglichkeiten bei IoT-Grills. Wenn Ihre Systeme kompromittiert wurden, installieren Sie umgehend Patches und setzen Sie zusätzliche Maßnahmen zur Risikominderung um.
1. Juli 2024
OpenSSH veröffentlicht Sicherheitsupdates zur Behebung von RCE
Art der Sicherheitslücke: Race Condition im Signal-Handler des OpenSSH-Servers.
Das Problem: CVE-2024-6387 ist ein Race-Problem im Signal-Handler des OpenSSH-Servers (sshd), das Linux-Systeme auf glibc-Basis betrifft. Es ermöglicht die Ausführung von Remote-Code ohne Authentifizierung und mit Root-Berechtigungen. Der Fehler betrifft die OpenSSH-Versionen 8.5p1 bis 9.7p1. Es handelt sich um eine Regression einer 18 Jahre alten Schwachstelle (CVE-2006-5051), die im Oktober 2020 erneut eingeführt wurde.
Die Lösung: OpenSSH hat Updates veröffentlicht , um CVE-2024-6387 zu beheben. Implementieren Sie diese Änderungen umgehend. Um das Risiko zu reduzieren, beschränken Sie den SSH-Zugriff durch Netzwerksteuerungen, setzen Sie eine Segmentierung durch und führen Sie umfangreiche Regressionstests durch, damit bekannte Schwachstellen nicht erneut auftreten. Aktualisieren Sie regelmäßig und wenden Sie sichere Entwicklungsmethoden an, insbesondere bei Open-Source-Projekten.
Juniper Networks behebt Schwachstelle zur Authentifizierungsumgehung
Art der Sicherheitslücke: Authentifizierungsumgehung über einen alternativen Pfad.
Das Problem: CVE-2024-2973 ist eine schwerwiegende Schwachstelle zur Authentifizierungsumgehung in Session Smart Router und Conductor von Juniper Networks, die Bereitstellungen mit Hochverfügbarkeitsredundanz betrifft. Sie hat einen CVSS-Score von 10,0. Die Schwachstelle ermöglicht es Angreifern, die Authentifizierung zu umgehen und vollständige Kontrolle über die kompromittierten Geräte zu erlangen. Sie wurde bei internen Tests entdeckt und betrifft zahlreiche Routerversionen.
Die Lösung: Juniper Networks hat automatische Korrekturen für über MIST Cloud verwaltete anfällige Geräte veröffentlicht. Aktualisieren Sie Ihre Router auf die neuesten Versionen (5.6.15, 6.1.9-lts, 6.2.5-sts). Um Ihre Netzwerkgeräte vor potenziellen Risiken zu schützen, installieren Sie regelmäßig Patches und halten Sie deren Firmware aktuell.
CocoaPods behebt Schwachstellen, um Angriffe auf die Lieferkette zu verhindern
Art der Sicherheitslücke: Authentifizierungsumgehung und unsichere E-Mail-Verifizierung.
Das Problem: Drei kritische CocoaPods-Schwachstellen (CVE-2024-38366, CVE-2024-38367 und CVE-2024-38368) ermöglichten es Angreifern, nicht beanspruchte Pods zu übernehmen, Pakete zu verändern und beliebigen Code auf dem Trunk-Server auszuführen. Diese Schwachstellen setzten iOS- und macOS-Apps ernsthaften Angriffen auf die Lieferkette aus. Die Probleme gingen auf eine unsichere E-Mail-Verifizierung und einen fehlerhaften Prozess zur Beantragung von Paketen zurück, der bereits seit 2014 bestand.
Die Lösung: CocoaPods hat diese Fehler behoben und alle Benutzersitzungen seit Oktober 2023 zurückgesetzt. Aktualisieren Sie unbedingt auf die neueste CocoaPods-Version und prüfen Sie Ihre Abhängigkeiten fortlaufend auf nicht genehmigte Änderungen. Um ähnliche Schwachstellen zu vermeiden, sollte Ihre Organisation ihre E-Mail-Verifizierungsprozesse verbessern und sichere Entwicklungsstandards einsetzen.
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2. Juli 2024
Velvet Ant nutzt Zero-Day-Schwachstelle in Cisco-NX-OS-Software aus
Art der Sicherheitslücke: Command Injection.
Das Problem: CVE-2024-20399 ist eine Command-Injection-Schwachstelle in der Cisco-NX-OS-Software, die lokal authentifizierten Angreifern ermöglicht, beliebige Befehle als Root auszuführen. Die chinesischen Hacker von Velvet Ant nutzten die Schwachstelle, um maßgeschneiderte Malware einzuschleusen, anfällige Computer zu hacken und Dateien hochzuladen, ohne Syslog-Benachrichtigungen zu erzeugen. Betroffen sind verschiedene Cisco-Nexus-Switches; die grundlegende Ursache ist eine unzureichende Validierung von CLI-Befehlsparametern.
Die Lösung: Cisco hat Patches veröffentlicht für CVE-2024-20399. Administratoren sollten diese Updates so bald wie möglich installieren und Zugriffssteuerungen sowie Überwachungsprozesse regelmäßig überprüfen. Nutzen Sie eine umfassendere Protokollierung und eine zentrale Protokollanalyse, um diese Schwachstellen zu erkennen und zu entschärfen. Um ähnliche Angriffe zu verhindern, validieren Sie CLI-Befehle ordnungsgemäß und stellen Sie sicher, dass Ihre administrativen Zugangsdaten geschützt sind.
Intel-CPUs durch „Indirector“ gefährdet, der vertrauliche Informationen preisgibt
Art der Sicherheitslücke bzw. des Angriffs: Seitenkanalangriff durch Branch-Target-Injection.
Das Problem: Moderne Intel-CPUs wie Raptor Lake und Alder Lake sind durch einen neuen Seitenkanalangriff namens Indirector gefährdet. Die Schwachstelle tritt im indirekten Branch Predictor (IBP) und im Branch Target Buffer (BTB) auf. Sie ermöglicht es Angreifern, Branch-Target-Injection-Angriffe (BTI) zu starten. Mithilfe dieser Hardwarekomponenten können Angreifer bestehende Schutzmaßnahmen wie Spectre v2 (CVE-2017-5715) umgehen und durch spekulative Ausführung vertrauliche Daten preisgeben.
Die Lösung: Intel analysierte die Ergebnisse und kam zu dem Schluss, dass bestehende Gegenmaßnahmen, darunter IBRS, eIBRS und BHI, wirksam gegen Indirector-Angriffe sind. Nutzer sollten sicherstellen, dass diese Gegenmaßnahmen aktiviert sind. Um den Schutz vor Seitenkanalangriffen zu verbessern, sollten Sie den Barrieremechanismus für den indirekten Branch Predictor (IBPB) sicher einsetzen und die Branch Prediction Unit (BPU) durch komplexere Tags, Verschlüsselung und Randomisierung verbessern.
3. Juli 2024
Bedrohungsakteure nutzen MSHTML-Schwachstelle zur Verbreitung des Überwachungstools MerkSpy aus
Art der Sicherheitslücke: Ausführung von Remote-Code.
Das Problem: Eine Microsoft-MSHTML-Schwachstelle, CVE-2021-40444, wurde zur Verbreitung des Überwachungsprogramms MerkSpy ausgenutzt. Der Angriff beginnt mit einem schädlichen Word-Dokument, das eine fingierte Stellenbeschreibung enthält und zur Ausführung von Remote-Code führt.
Dabei wird eine HTML-Datei („olerender.html“) heruntergeladen, die Shellcode enthält, der weitere Malware herunterlädt und ausführt. MerkSpy sammelt vertrauliche Informationen, beobachtet Aktivitäten und sorgt für Persistenz. Betroffen sind Nutzer in Kanada, Indien, Polen und den Vereinigten Staaten.
Die Lösung: Microsoft hat bereits im September 2021 einen Patch für CVE-2021-40444 veröffentlicht. Aktualisieren Sie Ihre Systeme mit den neuesten Sicherheits-Patches. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter darin, Phishing-Versuche zu erkennen, und setzen Sie robuste Sicherheitsmaßnahmen wie fortschrittlichen Endpunktschutz und regelmäßige Sicherheitsaudits ein, um solche Angriffe zu erkennen und zu verhindern. Verbessern Sie Ihre Überwachungs- und Protokollierungssicherheit, damit Sie schnell auf ungewöhnliche Aktivitäten reagieren können.
Microsoft enthüllt Sicherheitslücken in PanelView-Plus-Geräten
Art der Sicherheitslücke: Ausführung von Remote-Code und Denial-of-Service (DoS).
Das Problem: Microsoft entdeckt zwei Schwachstellen in Rockwell Automation PanelView Plus. Diese als CVE-2023-2071 und CVE-2023-29464 bekannten Schwachstellen ermöglichen es nicht authentifizierten Angreifern aus der Ferne, beliebigen Code auszuführen und DoS-Zustände herbeizuführen.
CVE-2023-2071 nutzt eine unzureichende Eingabevalidierung aus, um schädliche DLLs hochzuladen und zu laden, was zur Ausführung von Remote-Code führt. CVE-2023-29464 nutzt ähnliche Fehler bei der Eingabevalidierung aus, um auf Speicherdaten zuzugreifen und größere Pakete zu senden, was zu einem DoS führt. Diese Fehler betreffen FactoryTalk View Machine Edition (Versionen 13.0, 12.0 und frühere) sowie FactoryTalk Linx (Versionen 6.30, 6.20 und frühere).
Die Lösung: Rockwell Automation hat Empfehlungen veröffentlicht , die diese Probleme adressieren, und fordert Nutzer auf, auf die neuesten Versionen von FactoryTalk View Machine Edition und FactoryTalk Linx zu aktualisieren. Installieren Sie Patches so bald wie möglich, um Risiken zu minimieren. Weitere Schutzmaßnahmen umfassen Netzwerksegmentierung, Firewalls zur Beschränkung des externen Zugriffs und die Überwachung des Netzwerkverkehrs auf anomale Aktivitäten.
Mehrere Schwachstellen in Traeger-Grills mit D2-Wi-Fi-Controller entdeckt
Art der Sicherheitslücke: Unzureichende Autorisierungskontrolle und Ausführung von Remote-Befehlen.
Das Problem: Nick Cerne von Bishop Fox entdeckte mehrere Sicherheitsprobleme in Traeger-Grills mit D2-Wi-Fi-Controller. Diese Fehler ermöglichen es entfernten Angreifern, Aktionen auszuführen, darunter das Sammeln von Grillinformationen und das Ausschalten des Geräts.
Die kritische Schwachstelle (CVSS-Score: 7,1) betrifft unzureichende Autorisierungsbeschränkungen in der API zur Grillregistrierung. Dadurch können Angreifer die Temperatur und den Betriebsstatus des Grills aus der Ferne ändern. Die Ausnutzung dieser Schwachstellen kann zum Verderben von Lebensmitteln führen, wie Forscher demonstrierten, indem sie die Grilltemperatur von 165 °F auf 500 °F erhöhten.
Die Lösung: Traeger hat automatische Firmware-Updates für Grills mit D2-Wi-Fi-Controller aktiviert. Dadurch erhalten alle betroffenen, mit dem Internet verbundenen Grills die erforderlichen Updates, ohne dass ein Eingreifen des Nutzers erforderlich ist. Grillbesitzer sollten ihre Geräte aktualisieren. Um unbefugten Zugriff zu verhindern, sichern Sie Ihre Netzwerke, überwachen Sie die Geräteaktivität und schalten Sie Grills aus, wenn sie nicht verwendet werden.
5. Juli 2024
Ghostscript-Schwachstelle bedroht Webanwendungen und -dienste
Art der Sicherheitslücke: Format-String-Fehler und Ausführung von Remote-Code.
Das Problem: Ghostscripts Format-String-Problem (CVE-2024-29510) ermöglicht es Angreifern aus der Ferne, beliebigen Code auszuführen, indem sie die -dSAFER-Sandbox umgehen. Ghostscript wird häufig zur Dokumentverarbeitung eingesetzt. Die Schwachstelle betrifft Webanwendungen und ermöglicht die Manipulation von Dateien sowie die Ausführung von Remote-Code ohne Benutzereingaben.
Die Lösung: Ghostscript hat bereits im April 2024 Version 10.03.1 veröffentlicht, um CVE-2024-29510 zu beheben. Um die Systemsicherheit zu gewährleisten, aktualisieren Sie auf die neueste Version. Überwachen Sie automatisierte Vorgänge, bei denen Ghostscript eingesetzt wird, auf Schwachstellen und installieren Sie Sicherheitsupdates so bald wie möglich, um eine Ausnutzung zu verhindern.
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