SAP-npm-Lieferkettenangriff zielt auf Entwicklerzugangsdaten ab

Bei einem Lieferkettenangriff auf SAP-npm-Pakete wurden Preinstall-Skripte eingesetzt, um Zugangsdaten von Entwicklern und für CI/CD zu stehlen.

Verfasst von
Ken Underhill
Ken Underhill
Apr 30, 2026
3 minute read
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Ein Lieferkettenangriff auf SAP-npm-Pakete bringt Entwicklungsumgebungen von Unternehmen in Gefahr.

Forscher von Aikido entdeckten Schadcode, der darauf ausgelegt war, Zugangsdaten und Geheimnisse aus Entwicklersystemen und CI/CD-Pipelines zu stehlen.

Der Angriff „… erntet lokale Zugangsdaten von Entwicklern, GitHub- und npm-Token, Geheimnisse aus GitHub Actions sowie Cloud-Geheimnisse aus AWS, Azure, GCP und Kubernetes“, sagte Raphael Silva, Sicherheitsforscher bei Aikido Security.

„Da LLMs mit wenig Sicherheitsaufsicht daran arbeiten, Aufgaben so schnell wie möglich zum Laufen zu bringen, brauchen Unternehmen geeignete Schutzvorkehrungen, die gefährliche Installationsskripte, riskante Abhängigkeitsaktualisierungen [und] fest codierte Geheimnisse erkennen“, sagte Isaac Evans, Mitgründer und CEO von Semgrep, in einer E-Mail an eSecurityPlanet.

Der Angriff auf das SAP-npm-Paket

Dieses Problem betrifft das SAP Cloud Application Programming Model (CAP) und Cloud-MTA-Pakete. Das bedeutet, dass Entwickler und Build-Systeme während der normalen Installation von Abhängigkeiten möglicherweise unwissentlich Schadcode ausgeführt haben.

Den Forschern zufolge gehörten zu den kompromittierten Paketen @cap-js/sqlite v2.2.2, @cap-js/postgres v2.2.2, @cap-js/db-service v2.10.1, und mbt v1.2.48.

Funktionsweise des npm-Preinstall-Angriffs

Der Angriff nutzte die Funktionalität von npm-Preinstall-Skripten, die während der Paketinstallation automatisch ausgeführt werden.

In diesem Fall führte das Skript einen Loader (setup.mjs) aus, der die Bun-JavaScript-Laufzeitumgebung herunterlud und damit eine verschleierte Payload ausführte.

Dadurch konnten die Angreifer Schadcode als Teil eines routinemäßigen und vertrauenswürdigen Entwicklungsprozesses ausführen, ohne dass eine zusätzliche Interaktion des Benutzers erforderlich war.

Diebstahl von Zugangsdaten und Datenerfassung

Nach ihrer Ausführung fungierte die Payload als Infostealer und zielte auf eine große Bandbreite sensibler Daten ab.

Dazu gehörten npm- und GitHub-Authentifizierungstoken, SSH-Schlüssel, Cloud-Zugangsdaten für AWS, Azure und Google Cloud, Kubernetes-Konfigurationen sowie Geheimnisse aus CI/CD-Pipelines.

Die Malware versuchte außerdem, Geheimnisse direkt aus dem Speicher von CI-Runnern zu extrahieren, gängige Schutzmaßnahmen wie die Maskierung von Protokollen zu umgehen und so die Wahrscheinlichkeit offengelegter Zugangsdaten zu erhöhen.

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Command-and-Control- und Verbreitungstechniken

Die Forscher beobachteten außerdem, dass die Malware GitHub als Teil ihrer Command-and-Control-Infrastruktur (C2) nutzte.

Die gestohlenen Daten wurden verschlüsselt und in Repositorys unter den Konten der Opfer hochgeladen. Speziell gestaltete Commit-Nachrichten dienten dabei als Dead-Drop-Mechanismus zum Abrufen zusätzlicher Token.

Die Payload versuchte sich außerdem selbst zu verbreiten, indem sie gestohlene Zugangsdaten nutzte, um weitere npm-Pakete und Repositorys zu kompromittieren.

Forscher von Aikido haben die Aktivitäten der TeamPCP-Bedrohungsgruppe zugeordnet, die bereits ähnliche Lieferkettenangriffe gegen Unternehmen wie Bitwarden und Checkmarx durchgeführt hat.

Risiken in Softwarelieferketten reduzieren

Da Angriffe auf Softwarelieferketten immer häufiger werden, müssen Unternehmen proaktiv vorgehen, um Risiken in ihren Entwicklungsumgebungen zu reduzieren.

Moderne Anwendungen stützen sich stark auf Pakete von Drittanbietern und automatisierte Pipelines. Dadurch entstehen zahlreiche Angriffsmöglichkeiten, wenn diese nicht angemessen abgesichert sind.

  • Kompromittierte Pakete entfernen, betroffene Systeme aus vertrauenswürdigen Quellen neu erstellen und alle möglicherweise offengelegten Zugangsdaten austauschen.
  • Starke Abhängigkeitskontrollen durch das Fixieren von Versionen implementieren, die Integrität von Paketen überprüfen und private Registries oder genehmigte Paket-Allowlists verwenden.
  • Lebenszyklus-Skripte von Paketen einschränken und überwachen, und die Ausführung nicht vertrauenswürdigen Codes während der Installations- und Build-Prozesse begrenzen.
  • Das Prinzip der geringsten Privilegien und kurzlebige Token durchsetzen, und Multi-Faktor-Authentifizierung für Entwicklerkonten, CI/CD-Systeme und Paket-Repositorys einsetzen.
  • CI/CD-Pipelines mit isolierten, kurzlebigen Builds absichern, begrenztem Netzwerkzugriff und kontinuierlicher Überwachung auf anomale Aktivitäten.
  • Abhängigkeiten kontinuierlich überprüfen, überwachen und analysieren sowie Umgebungen mithilfe von DevSecOps-Tools.
  • Pläne zur Reaktion auf Vorfälle testen und Angriffssimulations-tools mit Szenarien rund um Angriffe auf Softwarelieferketten einsetzen.
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Diese Maßnahmen helfen Unternehmen, ihre Angriffsfläche in der Softwarelieferkette zu reduzieren und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber neuen Bedrohungen zu stärken.

Warum Softwarelieferketten ein Ziel sind

Dieser Angriff spiegelt eine breitere Veränderung in der Vorgehensweise von Bedrohungsakteuren beim Erstzugriff wider.

Da Unternehmen zunehmend auf Open-Source-Pakete und von Anbietern verwaltete Pakete angewiesen sind, haben sich Softwarelieferketten zu einem praktischen Einstiegspunkt für Angriffe entwickelt.

Indem sie vertrauenswürdige Vertriebskanäle ins Visier nehmen, können Angreifer über routinemäßige Prozesse wie die Installation oder Aktualisierung von Abhängigkeiten Schadcode in Umgebungen einschleusen – oft ohne sofort entdeckt zu werden.

Diese Risiken veranlassen Unternehmen dazu, Zero-Trust-Lösungen einzuführen, die den Zugriff kontinuierlich überprüfen und die Auswirkungen kompromittierter Softwareabhängigkeiten begrenzen.

Ken Underhill

Ken Underhill is an award-winning cybersecurity professional, bestselling author, and seasoned IT professional. He holds a graduate degree in cybersecurity and information assurance from Western Governors University and brings years of hands-on experience to the field.

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